Blutegelbehandlung

TV-Sendung "Visite" auf NDR: Naturheilverfahren bei Knieschmerzen 19.01.2012
..."Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei Kniegelenksarthrose ist die Blutegel-Therapie. Die tierischen Therapeuten kommen schon seit Jahrtausenden zum Einsatz.
Der medizinische Blutegel, lat. Hirudo medicinalis ist ein mehrere Zentimeter langer Ringelwurm. Am Vorder- und am Hinterende hat er jeweils einen Saugnapf, der zum Festhalten dient. Im vorderen Saugnapf befindet sich die Mundöffnung mit drei strahlenförmig angeordneten Kiefern.
Der Rücken des Egels ist stark gemustert mit einem olivgrünen Grundton und rostbraunen Längsstreifen.
Blutegel leben in sauberem, kalkarmen Wasser und ernähren sich ausschliesslich von Blut. Dieses speichern sie und können davon Monate lang zehren. Dabei kann der Blutegel sein Körpergewicht während einer Mahlzeit auf das bis zu 10fache seines Körpergewichts erhöhen. Entsprechend wächst auch das Körpervolumen.
Ein Effekt der Blutegeltherapie ist der Blutverlust. Jede Behandlung stellt auch eine Art Aderlass dar. Diese Wirkung ist v.a. bei Blutstauungen oder Füllezuständen sehr erwünscht. Der jedoch viel wichtigere Effekt der Blutegelbehandlung beruht aber auf dem Sekret, welches der Egel während des Saugens in den Körper des Patienten abgibt. Der bekannteste Bestandteil ist das Hirudin, das zusammen mit weiteren Inhaltsstoffen lokal gerinnungs- und entzündungshemmend wirkt. Blutgerinnsel werden beispielsweise aufgelöst und die Gefässe in unmittelbarer Umgebung weiten sich. Entzündungen und Eiterinfiltrationen gehen zurück.
Die Wirkung der Behandlung ist häufig schon bald nach der Behandlung spürbar. Mitunter tritt diese sofort ein, gelegentlich kann es ein paar Tage bis 2 Wochen dauern.
Für die Behandlung sollte die Haut des Patienten möglichst „naturnah“ sein bzw. riechen, d.h. es darf zuvor weder Parfum verwendet noch mit stark riechenden Seifen gewaschen werden. Die Blutegel wenden sich sonst ab und beissen nicht. Ebenso sind sie sehr empfänglich für Stimmungen. Ein nervöser, hektischer Patient oder Behandler kann auch die Tiere verstören, ebenso wie Gewitterstimmung in der Luft. Auch dann kann es sein, dass eine Behandlung erfolglos abgebrochen und verschoben werden muss. Pro Behandlung werden je nach Konstitution und Beschwerdebild des Patienten 3 bis 10 Blutegel auf die ausgewählten Stellen aufgesetzt. Sie beissen meist schnell und saugen anschliessend zwischen 20 und 100 Minuten lang, was man an den wellenförmigen Bewegungen durch ihren Körper beobachten kann.
Der Biss ist für den Patienten kaum schmerzhaft, er ist vergleichbar mit einem Insektenstich. Anschliessend spürt er ein leichtes Brennen oder Stechen, welches dem ähnelt, welches man nach der Berührung einer Brennessel spürt. Nach einer kurzen Zeit ist aber auch davon nichts mehr zu spüren. Wenn die Egel satt sind, lassen sie los, fallen von selbst ab und werden in ein vorbereitetes Gefäss mit Wasser gegeben. Die Wunde blutet anschliessend durch die gerinnungshemmende Wirkung des Blutegelspeichels zwischen 4 und 24 Stunden nach. Dies ist erwünscht und erhöht die Wirkung der Behandlung. Um die Blutung nicht zu stoppen, wird der Verband nicht zu fest angelegt. Er muss vom Patienten auch zu Hause regelmässig gewechselt werden.
Besser ist es, wenn der Patient am Tag der Behandlung Ruhe hat und die Bissstellen solange bluten lässt, bis sie von selbst aufhören. Die Menge des Blutverlustes gibt keinen Anlass zur Besorgnis, da dieser nicht grösser ist, als beispielsweise bei einer Blutspende. Es sollte allerdings auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Die Bisswunden können an den darauffolgenden Tagen leicht jucken, wie nach einem Mückenstich. Die Gefahr einer Infektion ist sehr gering, kann aber nicht absolut ausgeschlossen werden. Ausserdem bildet sich häufig ein Bluterguss im Gewebe um die Bissstellen. Dies ist normal und löst sich nach ca. 1 Woche auf.
Die Bissstellen selbst werden noch eine Weile als ca 0,5 cm grosser, dreizackiger Stern sichtbar bleiben, aber bei normaler Wundheilung nach einiger Zeit nicht mehr zu sehen sein. Wie oft die Behandlung durchgeführt werden muss, ist sehr unterschiedlich. Bei manchem Patienten reicht das einmalige Ansetzen von wenigen Blutegeln, bei einem anderen hingegen ist eine mehrmalige Wiederholung nötig. Auch die Abstände zwischen den Behandlungen sind individuell festzulegen.
Angewandt wird die Blutegelbehandlung bei Erkrankungen und Störungen im Bereich der Gefässe (z.B. Krampfadern, Thrombosen, Venenentzündung, offene Beine, Hämorrhoiden, Gefässverkalkungen, Schlaganfall, Herzinfarkt, Angina pectoris, Tinnitus) Schmerzzuständen (beispielsweise Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Arthrose, Arthritis, Rheuma, Nervenschmerzen,
Blutergüssen, Wirbelsäulenschmerzen), Verspannungen (z.B. Migräne, Wadenkrämpfe)
Vereinbaren Sie einen Termin unter 05554 / 99 87 00

Hinweis gem. Heilmittelwerbegesetz § 3

Bericht über die Blutegeltherapie im ZDF: Video